Interessierte Bürger können weiterhin probeweise in der Görlitzer Innenstadt wohnen. Wie das Görlitzer Kompetenzzentrum für Städtebau mitteilte, werde das bundesweit einmalige Projekt fortgeführt. Bislang hätten knapp 150 Interessenten nicht berücksichtigt werden können.
Einige Teilnehmer wollen nach Görlitz ziehen
Um noch möglichst vielen Bewerbern Gelegenheit zum Probewohnen in der Görlitzer Innenstadt zu geben, geht das Projekt nun Ende Juni weiter. Ursprünglich sollte das kostenlose einwöchige Testwohnen nur bis Mitte Juni möglich sein. Zu diesem Zeitpunkt endete die zweite Phase des Forschungsvorhabens. Dafür hatten sich 158 Familien beworben. Sie stammten aus allen Teilen Deutschlands, Polen, der Schweiz sowie aus Chile. Zwölf von ihnen nahmen teil. Nach Angaben des Kompetenzzentrums spielen einige von ihnen mittlerweile ernsthaft mit dem Gedanken, nach Görlitz zu ziehen. Auch in der ersten sechswöchigen Phase des Experiments im Herbst 2008 waren zwölf Haushalte ausgewählt worden.
Vorurteilen und Wohnungsleerstand entgegen wirken
Das Kompetenzzentrum für Städtebau will mit dem Angebot des Probewohnens Vorurteile über das Leben in ostdeutschen Innenstädten abbauen und potentielle Mieter für leerstehende Altbauwohnungen begeistern. Bislang haben 24 Familien und Einzelpersonen eine Woche lang testweise in Görlitz gewohnt. Sie kamen unter anderem aus Ostfriesland, Hessen, Brandenburg und der polnischen Nachbarstadt Zgorzelec.
Allein in der Görlitzer Innenstadt stehen rund 6.000 Wohnungen leer. Der Großteil davon ist unsaniert oder befindet sich nach notdürftiger Modernisierung Anfang der 1990er-Jahre in schlechtem Zustand.